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Kreis Gi¿ycko bedeutet aber nicht nur Seen und weite Wälder oder
atemberaubende Landschaften. Es ist eine interessante, doch wenig
bekannte Geschichte und reiches Kulturerbe vieler Nationen: über
600 Jahre sind hier deutsche, polnische und litauische Kultur, Protestantismus
und Katholizismus verschmolzen. Nationale und ethnische Vielfalt
haben sich in der Geschichte unseres Kreises tief ausgeprägt. Ein
sichtbares Zeugnis unserer Vergangenheit sind u.a. Architekturdenkmäler.
Die Spuren aus den alten Zeiten finden wir auf den pruzzischen Friedhöfen
und Burgen, wie Góra Stra¿nicza in Or³o (Arlen), Œwiêta Góra in
Staœwiny (Heiliger Berg in Eisermühl), Góra Zamkowa in Jeziorko
(Schloßberg in Preußenburg) oder an dem vermutlichen Ort des Märtyrertodes
des Heiligen Bruno von Querfurt bei Gi¿ycko, wo 1910 ein gusseisernes
Kreuz errichtet wurde. Die lange Anwesenheit des deutschen Ritterordens
bezeugen die Ordensburgen in Ryn (Rhein) und Gi¿ycko (Lötzen). Die
Rheiner Burg ist durch ihre architektonische Form besonders zu beachten.
Die mittelalterliche Stimmung genießen hier die Touristen als Teilnehmer
des „Ritterschmauses”.
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Charakteristisch für masurische Architektur sind kleine Dorfkirschen,
meistens im 16. und 17. Jh. erbaut. Die älteste in ganz Mazuren
ist die gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtete Kirche in Mi³ki
(Milken); 1669 wiederaufgebaut nach dem Brand; Altar und Orgelempore
aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Gleich wertvolle Bauten
sind: gegen 1580 im gemischten gotischen und barocken Baustil aus
Natur- und Backstein errichtete Kirche in Rydzewo (Rotwalde) und
Kirche in Doba (Doben). Die im Jahre 1827 im neuklassizistischen
Stil nach dem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel erbaute evangelische
Kirche in Gi¿ycko ist seit über 20 Jahren durch ihre Orgelkonzerte
bekannt.
Sehenswert sind auch viele Bauernhäuser und etwa 100 Jahre alte,
für Kleinstädte typische Wohnhäuser in Gi¿ycko. Die für ein masurisches
Städtchen charakterischen Straßen sind in Ryn (Straßen: Koœciuszki
und Kopernika) und in Wydminy (Widminnen) (Grunwaldzka-Str.) erhalten
geblieben. Eine zweifelsfreie architektonische Attraktion sind Gutshöfe
in Zielony Gaj (Grünwalde), Jagodne Ma³e (Kleinkrösten), ¯ywy (Siewen),
Upa³ty Ma³e (Klein Upalten) und in Bro¿ówka (Gansenstein).
Diese Gebiete, die jahrhundertelang verschiedene Staatsgrenzen durchschnitten,
sind auch durch ihre verschiedenen Militärobjekte bekannt: Die in
ganz Polen bekannte Feste Boyen in Gi¿ycko, 1914 erbaute Masurische
Seenstellung, aus denen Ende der dreißiger Jahre Lötzener Befestigtes
Gebiet entstanden war.
Weiterhin gibt es auch technische Architekturdenkmäler: die Drehbrücke
in Gi¿ycko – eine der zwei in Europa erhaltenen und bis heute benutzten
Holzbrücken dieser Art., die Schleuse in Przerwanki, Fragment des
nicht vollendeten Masurischen Kanals – ein ausnahmsweise interessantes
Beispiel für Wassertiefbau im Land der Großen Masurischen Seen,
die Wassermühlen in Ryn, Paprotki (Goldensee) und Konopki (Mühlengrund),
holländische Windmühlen in Ryn und Ster³awki Ma³e (Kein Stürlack).
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